Barba Nora
Wunderprediger & Reliquienhändler
 


! 1984 - 2009: 25 Jahre !
Eine (persönliche) Geschichte ...

Unglaublich - sind tatsächlich 25 Jahre vergangen, dass einige Freunde aus er Pfarrei St. Martin in Germering
bei München mit mir zusammen gefallen gefunden haben, in Ihrer Freizeit zu Jonglieren -
und es dem staunenden Volke darzubieten?

Es muss wohl so lange her sein, am 10. Februar 1984 wurde der Grundstein für ein Gebäude gelegt, dessen Dimensionen wir noch nicht ahnten. Der Name war schnell gefunden, Los Martinos - schließlich war der Anlass der Faschingsball der Pfarrei St. Martin.

Die Leidenschaft für das Jonglieren war geweckt, die Gruppe blieb zusammen. Zunächst wurden eigene, abendfüllende Zirkusprogramme erarbeitet! 

Echte Pionierarbeit war das, Jonglieren kannte noch niemand als Breitensport. Die ersten Keulen stammten aus Amerika und waren unheimlich teuer ! Ein Jonglierbuch, nach dem wir hätten lernen können, gab es nicht, also verfassten wir eines, es erschien im Hugendubel-Verlag 1989. Es machte uns sehr stolz!

Bald schon der Kontakt zum Mittelalter, mit dem Neuburger Schlossfest im Juni 1987, auf das wir eingeladen wurden. Die große Verwandlung zu Germars Gaukler begann.

Was folgte, ist in wenigen Sätzen kaum zu beschreiben. vom Erfolg waren wir selbst überrascht. ij kürzester Zeit waren wir bekannt wie die sprichwörtlichen bunten Hunde. Von Fest zu Fest eilten wir, überall wurden wir eingeladen. Kein bekanntes Mittelalterfest in Bayern ohne Germars Gaukler, aber auch nach Wien, Venedig, Hamburg und an den Rhein zogen wir ...

Als wir 1994 das 10-jährige groß feierten, waren wir sozusagen fast schon auf dem Höhepunkt des Bekanntheitsgrades.

Natürlich blieben Veränderungen nicht aus, die ersten Gründungsmitglieder schieden berufsbedingt aus, die Gruppe wurde sehr groß, Mitte der 90er folgte eine Art Teilung - dem Erfolg tat es keinen Abbruch. Neue Mitglieder brachten neue Ideen neue professionelle Ansätze - Seiltheater, Feuertheater .. vor nichts schreckten wir zurück.

Gerne erinnert man sich an Workshops mit Regisseur Peter Spiel oder Pantomime Stefan Cassani, sie lösten letztlich auch die zweite Verwandlung aus, weg vom Jonglieren hin zum Theater. Ich selbst fand meine neue Rolle als Wanderprediger Barba Nora auf diese Art. 

2002 wechselten nochmals zwei Mitglieder ins Lager der professionellen Mittelalterdarsteller (was gibt es für ein besseres Lob für eine Gruppe, die stets aus lauter Amateuren bestanden hat!!), und fortan gab es nur noch Barba Nora & Gefolge. Ein konsequenter Schritt, da ja 2000 auch Julia als "jüngster Zuwachs" in unser Leben getreten war.

Oder war ich müde geworden, 10 Leute an 30 Auftrittstagen im Jahr zu koordinieren, tausende Kilometer jährlich mit Anhänger durch die Lande zu fahren, zu fahren, wöchentlich zu proben, stets Neues zu entwickeln?

Rückblickend darf ich heute sagen, alle Mitglieder der Gruppe, ob sie kurz dabei waren oder lange, haben mein Leben bereichert. Ich durfte ein Hobby pflegen und mich dabei persönlich weiterentwickeln, dabei haben mir viele geholfen.

Peter Hofmann mag ruhiger geworden sein, die Figur Barba Nora nicht. Wortgewaltiger, boshafter und skurriler denn je tritt sie auf, keinem Streite aus dem Weg gehend, mit Magd Gabriela und Findelkind einherziehend, oft noch von einem Mitbruder unterstützt... 
Hätte ich mir vor 25 Jahren träumen lassen, ich würde mir eine solch markante und beherrschende Rolle überhaupt jemals zutrauen?

Alle, die den Weg mit mir gegangen sind, haben mir dabei geholfen, allen gilt mein Dank: Den Mitgliedern, den Freunden auf Märkten, den Veranstaltern, die uns vertraut haben, dem Publikum, dessen Applaus uns ermutigt hat. 

Und es wird weitergehen! 
Danke!

Peter Hofmann


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